Großraumbüro vs Einzelbüro: sind diese Arbeitsräume Ihrer Meinung nach veraltet?
Nein, diese Arbeitsräume haben nach wie vor ihre Berechtigung wenn sie den Aufgaben der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen und zu der Firma passen. Die Diskussion „Grossraum vs. Einzelbüro“ jedoch erachte ich als veraltet und überflüssig. Es geht nämlich viel mehr um die Qualität der Arbeitsumgebung im Büro als um den Grund-Typ des Layouts. Anders ausgedrückt: Es gibt gute und schlechte Grossraumbüros ebenso wie es gute und schlechte Einzelbüros gibt.

Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen für den Arbeitsplatz?
Mir scheint die Passung von Raum und Ausstattung zu Arbeitsaktivitäten und insbesondere Organisationskultur nach wie vor eine Herausforderung zu sein. Dies äussert sich besonders bei der Gestaltung von Projekträumen: die Wissensarbeit im Büro ist mehr und mehr projektbasiert und Projekte sind sehr dynamisch in Bezug auf Aufgaben und Grösse. Dafür die richtigen Flächen und Räume anzubieten ist aktuell für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung.

Welche Komponenten werden in Zukunft wichtig für die Gestaltung des Arbeitsplatzes?
Ich gehe davon aus, dass in Zukunft nehmen Effektivität und Effizienz vermehrt auch die Ausdrucks-Komponente von Arbeitsplätzen eine Rolle spielen wird. Die Arbeitsumgebung kann als Medium für die Darstellung von Unternehmenswerten und -kultur verstanden werden. Dieses Potenzial wird heute noch kaum genutzt. Die Darstellung von Werten und Unternehmensidentität wird aber im Zug des Fachkräftemangels an Bedeutung gewinnen.

Was beeinflusst unsere Ideenfindung und Problemlösung am Arbeitsplatz? Hat der Raum und die Strukturen des Unternehmens einen Einfluß darauf, wie wir denken und arbeiten?
Die Arbeitsumgebung hat sicher Einfluss auf das Denken und Handeln; schon nur dadurch, dass die räumliche Struktur bestimmte Dinge ermöglicht oder eben nicht, so z.B. sind Personen visuell und/oder räumlich zugänglich, was die Kommunikation beeinflusst. Ideenfindung und Problemlösung werden hingegen wohl weniger vom Raum an sich, als vielmehr die Kopplung von Raum und Prozess beeinflusst. Der Raum ist ja letztlich ein Werkzeug, das für Ideenfindung oder Problemlösung genutzt werden kann.

Wie sieht für Sie der Arbeitsplatz der Zukunft aus?
Ich glaube, dass der physische Arbeitsplatz der Zukunft v.a. für zwischenmenschliche Kontakte wichtig bleibt. Bei aller Digitalisierung und Automatisierung braucht es in der Arbeit immer noch den face-to-face Austausch.

Das Pop Up Office
Im gemeinsamen interaktiven Pop Up Office mit dem Taschenlabel QWSTION präsentieren Moving Walls auf der Neue Räume 2017 erstmals das neue System mobiler, beschreibbarer Office Tools, entworfen von Designer Jörg Boner.

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 Marcel Frick

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Marcel is the CEO of Moving Walls. He writes News and Insights out of the Moving Walls Headquarter in Lucerne, Switzerland. marcel.frick@moving-walls.com / +41 41 558 80 45

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